Wir haben die OB-Kandidaten zum Thema Kitas befragt:

Thomas Kufen, CDU

1. Wie soll der Kitaplatzausbau in Essen konkret weiter beschleunigt und verbessert werden?

In fünf Jahren hat die Stadt mit mir als Oberbürgermeister doppelt so viele Kita-Plätze geschaffen wie mein Vorgänger in seinen sechs Jahren davor. Jetzt kommen weitere über 1.500 Plätze dazu und diesen Weg werden wir fortsetzen. Die Anzahl an fehlenden Kitaplätzen wird sich in diesem Kita-Jahr von 3.000 auf nur noch 1.200 verringern. Die Stadt plant nach absehbarem Bedarf. Sichere Prognosen über Geburtenentwicklungen werden durch aktuelle Ereignisse, wie Zuzug und Zuwanderung leider erschwert. Das Elternportal Little Bird hilft den Eltern, online Kinderbetreuungsplätze zu suchen und finden. Darüber hinaus führt das Jugendamt eine öffentlich einsehbare Liste über freie Kinderbetreuungsplätze, um die vorhandenen Kapazitäten zu füllen. Diese Systeme wollen wir ständig verbessern.


2. Was planen Sie konkret gegen den Fachkräftemangel an Kitas und Schulen zu unternehmen.

Dem wachsenden Bedarf an Kita-Plätzen muss die personelle Ausstattung Schritt halten. Das ist für die Stadt und die verschiedenen Träger eine besondere Herausforderung, da hier wie auch in vielen anderen Bereichen Fachkräftemangel herrscht. Die Stadt hat eine Dauerausschreibung für Pädagogische Fachkräfte und Ergänzungskräfte für das Projekt „Sprach-Kitas“ veranlasst. Außerdem werden die Bemühungen verstärkt, ehemalige Geflüchtete als Unterstützungskräfte auch für die Kitas zu gewinnen. Bereits im vergangenen Jahr wurden darüber hinaus eine Million Euro für die zusätzliche Qualifizierung von Tagesmüttern zur Verfügung gestellt. 

3. Wie kann die Integration von Familien mit Migrationshintergrund an Kitas und Schulen weiter gefördert werden?

Dies geschieht durch die Schwerpunktsetzung auf Sprachbildung in den Einrichtungen. Ich bin davon überzeugt, dass Kinder aus den Familien mit Migrationshintergrund in der Kita den besten Sprachkurs erhalten. Wir legen bei allen unseren Maßnahmen zur Integration zugezogener Menschen hierauf ein besonderes Augenmerk.

4. Kann die Ernährung bzw. Verpflegung an Kitas und Schulen verbessert werden? Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen?

Die Stadt Essen schöpft alle Regelungen des Kinderbildungsgesetzes aus. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist gerade im Kindes- und Jugendalter wichtig. Da liegt auch eine große Verantwortung bei den Dienstleistern, die im ständigen Kontakt mit den Erzieherinnen und Erziehern stehen. Die städtische Tochter RGE ist beispielsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. zertifiziert, die Stadt Essen arbeitet bereits mit dem Ernährungsrat Essen zusammen. Auch die Kinderstiftung ist ein wichtiger Partner, das Projekt 5 am Tag in Kitas bringt Kindern vor allem den Verzehr von Obst und Gemüse näher. Mit Ackerhelden machen Schule hätte in diesem Jahr eigentlich ein gemeinsames Projekt mit dem Essener Start-up Ackerhelden an Essener Schulen starten sollen, coronabedingt musste das leider auf das nächste Jahr verschoben werden. In den neuen Schulbauleitlinien der Stadt Essen wird auch das Thema Frischküche wieder berücksichtigt. Der Wunsch auch an Schulen wird immer größer Mahlzeiten vor Ort zuzubereiten und das Thema Ernährung auch in das pädagogische Konzept einfließen zu lassen.


5. Was kann am KiBiz weiter verbessert werden?

Es ist die Aufgabe des Landesgesetzgebers das Kinderbildungsgesetz, wenn es darum geht, durch eine weitere Novellierung Verbesserungen auch bei der Finanzierung zu erreichen. 

6. Wie kann die Qualität der Betreuung an Kitas weiter verbessert werden?

Die Qualität der Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte und ihr persönliches Engagement sind zu dieser Frage ausschlaggebend. Wir setzen alles daran, durch unser Bau- und Sanierungsprogramm für möglichst optimale Rahmenbedingungen zu sorgen. Hier steht die Stadt in der Verantwortung. Gleiches gilt für die Auswahl und die Qualifizierung von Kita-Personal.

7. Wie stehen Sie zur Beitragsfreiheit der Kinderbetreuung? Welche Vor- bzw. Nachteile sehen Sie?

Die Stadt Essen kann darüber nicht frei entscheiden. Als Stärkungspaktkommune sind wir verpflichtet, Beiträge für die Kinderbetreuung zu erheben. Der kostenlose Kita-Besuch ist aus meiner Sicht allerdings nur folgerichtet, da die Bildungskarriere von Kindern hier beginnt.